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Chronologie
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23. April 2002
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Nach anhaltender Streitigkeiten über den
Nahostkonflikt tritt der
nordrhein-westfälische
Grünen-Landtagsabgeordnete Jamal Karsli aus
Partei und Fraktion aus. Die Grünen hatten
insbesondere Karslis Äußerungen kritisiert,
Israel wende im Konflikt mit den
Palästinensern "Nazimethoden" an.
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24. April 2002
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Der nordrhein-westfälische FDP-Landes- und
Fraktionschef Jürgen Möllemann tritt gemeinsam
mit dem gebürtigen Syrer Karsli in Düsseldorf
vor die Presse. Möllemann teilt mit, dass
seine Fraktion der Aufnahme Karslis bei einer
Enthaltung zugestimmt habe. Seine umstrittene
Äußerung, Israel arbeite mit "Nazimethoden",
bezeichnete Karsli als einen
"Ausrutscher".
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3. Mai 2002
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In der extrem rechtsgerichteten
Wochenzeitung "Junge Freiheit" erscheint ein
Interview mit Karsli, in dem er von einer
"zionistischen Lobby" spricht, die weltweit
die Medien kontrolliere.
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7. Mai 2002
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Die FDP-Fraktion gerät wegen umstrittener
Äußerungen ihres Neumitgliedes verstärkt unter
Druck. Nach den Grünen fordert auch der
nordrhein-westfälische CDU-Landes- und
Fraktionschef Jürgen Rüttgers die Liberalen
auf, sich wieder von Karsli zu trennen.
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11./12. Mai 2002
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Auf dem Parteitag in Mannheim wendet sich
die FDP in einer Resolution eindeutig gegen
Antisemitismus. Auch Möllemann unterstützt das
Papier.
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15. Mai 2002
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Der FDP-Kreisverband Recklinghausen
beschließt trotz anhaltender Kritik die
Aufnahme Karslis.
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16. Mai 2002
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Die Kritik an dem Aufnahmebeschluss ist
groß. Bei einem Treffen in Berlin einigen sich
FDP-Bundesvorsitzender Guido Westerwelle und
Möllemann auf eine Sondersitzung des
NRW-Landesvorstandes am 3. Juni 2002.
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Karsli bedankt sich für seine
Parteiaufnahme in einem Brief. Darin macht er
deutlich: "Ich bin kein Antisemit."
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Die FDP-Politikerin Hildegard Hamm-Brücher
droht mit ihrem Austritt aus der Partei, falls
Karsli nicht wieder ausgeschlossen werde.
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17. Mai 2002
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Möllemann hatte sich erneut hinter die
Aufnahme Karslis gestellt und Kritikern
Antisemitismus vorgeworfen. Zugleich wächst
parteiintern die Kritik an Karslis Aufnahme in
die FDP.
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Die Grünen-Chefin Claudia Roth stellt einen
Strafantrag gegen Möllemann wegen
Volksverhetzung, übler Nachrede und
Verleumdung.
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FDP-Chef Guido Westerwelle fordert den
Ausschluss Karslis aus der Partei.
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FDP-Fraktionschef Wolfgang Gerhardt
verlangt, dass Karsli auch nicht mehr der
Landtagsfraktion angehört.
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19. Mai 2002
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Weitere FPD-Spitzenpolitiker fordern den
Ausschluss des Ex-Grünen. Rexrodt verlangt
eine Entscheidung vor dem 3. Juni.
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20.Mai 2002
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Karsli greift den Zentralrat der Juden an
und sieht sich als Opfer des Wahlkampfes.
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21. Mai 2002
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Der stellvertretende Vorsitzende des
Zentralrats der Juden, Michel Friedman fordert
Möllemanns Rücktritt. Der FDP-Fraktionschef
Wolfgang Gerhardt schließt personelle
Konsequenzen wegen des Streits um Karsli
aus.
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22. Mai 2002
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Möllemann dementiert, dass er Karsli zum
Parteiaustritt überreden will. Für den 23. Mai
2002 plant das FDP-Präsidium eine
Sondersitzung.
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Wenige Stunden später teilt Möllemann mit,
dass Karsli seinen Antrag auf Mitgliedschaft
in der FDP zurückziehen werde. Allerdings
bleibe dieser parteiloses Mitglied der
FDP-Fraktion im nordrhein-westfälischen
Landtag. Später sagt Parteichef Westerwelle,
dass er selbst für den Rauswurf Karslis aus
der FDP gesorgt habe.
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Der Präsident des Zentralrates der Juden,
Paul Spiegel, kritisiert die "unerträglichen"
Kommentare Möllemanns zur Karsli-Debatte.
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Hildegard Hamm-Brücher ist nicht damit
zufrieden, dass Karsli in der FPD-Frakton
verbleibt. Das sei ein "fauler Trick".
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24. Mai 2002
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Das FDP-Präsidium stellt sich hinter
Möllemann und bietet dem Zentralrat der Juden
ein Gespräch an. Westerwelle stellt klar, dass
Israels Premier Scharon und Friedman nicht für
Antisemitismus verantwortlich seien.
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3. Juni 2002
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Der FDP Ehrenvorsitzende Hans-Dietrich
Genscher fordert vor einer Sondersitzung des
FDP-Landesvorstandes in NRW den Ausschluss
Karslis aus der Fraktion.
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Westerwelle schließt sich der Forderung
Genschers an. Beide wollen an der
Vorstandssitzung teilnehmen.
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Der Landesvorstand akzeptiert die Mitarbeit
Karslis in der Fraktion und erwartet eine
Änderung des Beschlusses, "wenn Herr Karsli
sich nochmals in der bekannt gewordenen Weise
äußert".
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5. Juni 2002
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Überraschend stellt Westerwelle ein
Ultimatum an Möllemann. Karsli soll innerhalb
von fünf Tagen aus der Fraktion ausgeschlossen
werden.
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Jürgen Möllemann fordert daraufhin eine
Begründung von Westerwelle. Er sehe sich nicht
veranlasst, Karsli aus der Fraktion
auszuschließen.
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Am Abend demonstrieren mehrere hundert
Menschen vor der FDP-Zentrale. Sie fordern ein
konsequentes Vorgehen der FDP-Spitze gegen
antisemitistische Tendenzen in der Partei.
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6. Juni 2002
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Möllemann teilt mit, dass Karsli seinen
Verzicht auf eine Mitarbeit in der
FDP-Fraktion angeboten habe.
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