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Zeugen Jehovas versuchen die Existenz Satans nachzuweisen 14. August 2004. Zitat aus einem Brief wegen des Handzettels " Wer beherrscht die Welt wirklich?" an die Zeugen Jehovas in Deutschland e. V., Niederselters, Am Steinfels, 65618 Selters: Sehr geehrte Damen und Herren, von einer Ihrer Dienstamtsgehilfinnen habe ich das beiliegende Traktat erhalten. Ihre Dienstamtsgehilfin glaubt felsenfest an Satan, während ich die Existenz des Satans vehement bestreite. Ihr Traktat bestärkt viele Menschen in ihrem Glauben an Satan. Vom Glauben an Satan versprechen sie sich alles, was in Ihrem Traktat beschrieben ist: Anerkennung, Reichtum und Macht. Und wenn ich mir die Autos anschaue, die anläßlich der Zusammenkünfte am Königreichssaal in Mönchengladbach stehen, komme ich auch manchmal ins Grübeln, ob der Glaube an Satan sich vielleicht auch für mich lohnen würde. Da stehen Nobelkarossen, die davon zeugen, daß man sich in dieser Welt sehr gut eingerichtet hat. Mein Verstand sagt mir dann aber, daß der Glaube an Satan völlig unlogisch und barer Unsinn ist. Es gibt einen Glauben an Gott und einen Glauben an Satan. Zwei Herren kann man nicht dienen. Um zu entscheiden, ob man an Gott oder an Satan glauben will, kann man sich orientieren an dem geflügelten Bibelwort "An ihren Werken sollt ihr sie erkennen". Gott existiert durch seine Schöpfung. Gott existiert unter allen Bedingungen, also auch unter der Bedingung, daß es keine Menschen gibt, ja sogar daß es keine Erde gibt. Aber Satan existiert nur unter der Bedingung, daß es Menschen gibt. Und darum ist Satan nur ein Synonym für das vermeintlich Böse im Menschen. Der Mensch steht an der Spitze der Schöpfung, also an der Spitze der Nahrungskette. Um dahin zu gelangen, mußte er sich gegen andere Lebewesen durchsetzen. Jetzt, da der Mensch keine natürlichen Feinde mehr hat, erklärt er fremd wirkende Artgenossen zu seinen Feinden und bekämpft sie bis zur Vernichtung. Das vermeintlich Böse im Menschen war zum Überleben der Art notwendig. Der Mensch wird sich auf lange Sicht wieder in seiner Existenz behaupten müssen. Im Menschen ist eine tiefsitzende Furcht, daß er nicht für immer auf dieser Erde leben kann. Der Mensch erforscht den Weltraum auf der Suche nach Ausweichmöglichkeiten in der Erkenntnis, daß die Erde dem Menschen nur eine Wohnstatt auf Zeit ist. Das vermeintlich Böse im Menschen hat also einen ganz natürlichen Ursprung. Darum ist es müßig, auch nur einen Gedanken an Satan zu verschwenden. Die Zeugen Jehovas schielen nach weltlicher Macht. Damit meine ich die Anerkennung als Körperschaft des öffentlichen Rechts. Die meisten Dienstamtsgehilfen können mit dem Begriff "Körperschaft des öffentlichen Rechts" überhaupt nicht anfangen. Im weltlichen Bereich sind es z.B. die AOK oder die Arbeitsämter, im kirchlichen Bereich gibt es in Deutschland nur drei Körperschaft des öffentlichen Rechts: die evangelische Kirche, die katholische Kirche und den Zentralrat der Juden. Das sind die Amtskirchen. Und nun wollen die Zeugen Jehovas auch Amtskirche werden, klären ihre Mitglieder aber nicht darüber auf, was das für sie bedeutet. Die Dienstamtsgehilfen schimpfen über die Amtskirchen und ihre Bischöfe, wissen aber nicht, daß ihre Ältesten auch nach dem Rang eines Bischofs streben. Eine demokratische Urabstimmung hat es bei den Zeugen Jehovas nicht gegeben. Wie sollen die Dienstamtsgehilfen in Zukunft argumentieren, wenn sie Katholiken oder Protestanden davon überzeugen wollen, daß sie der falschen Kirche angehören? Die Zeugen Jehovas werden die anderen Kirchen anerkennen müssen als die richtige Kirche für eine bestimmte Glaubensrichtung. Die Zeugen Jehovas werden sich nur noch darstellen können als die Kirche für eine altbiblische Glaubensrichtung, aber nicht mehr als die einzig wahre Religionsgemeinschaft. Denn wie kann eine Körperschaft des öffentlichen Rechts eine andere Körperschaft des öffentlichen Rechts als eine falsche Körperschaft des öffentlichen Rechts bezeichnen? Jede Körperschaft des öffentlichen Rechts hat ihren Zweck für eine bestimmte Aufgabe. Nach einer Anerkennung als Amtskirche werden sich die Dienstamtsgehilfen darauf einstellen müssen, daß es den Predigtdienst von Haus zu Haus in der heutigen Form nicht mehr geben kann. Die Zeugen Jehovas werden auch nicht mehr die Theokratie als angestrebtes Ziel proklamieren dürfen; wer Theokratie anstrebt bekämpft zwangsläufig die Demokratie. Man denke dabei an das Verbot der KPD, die in ihrer Satzung die "Diktatur des Proletariats" stehen hatte. Seit dem Wegfall des Religionsprivilegs im Vereinsrecht macht man keinen Unterschied mehr zwischen einer Partei und einer Religionsgemeinschaft. Die Zeugen Jehovas sind der Versuchung weltlicher Macht erlegen. Wenn ich das Traktat zugrunde legen würde könnte ich behaupten, sie sind der Versuchung Satans erlegen. Aber das ist Unsinn. Es ist ein ganz normaler Vorgang, sich in der Welt zu behaupten. Das scheint auch sinnvoll zu sein. Denn jetzt sind die Zeugen Jehovas ein gemeinnütziger Verein mit einer Beschränkung der Rücklagen. Alles, was die erlaubten Rücklagen übersteigt, muß nach Amerika zur Muttergesellschaft abgeführt werden. Eine Körperschaft des öffentlichen Rechts hat die Beschränkungen nicht. Mit freundlichen Grüßen Autor: Wilhelm Klumbies, D-41065 Mönchengladbach |
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